StudentKrankenversicherung

Wann du als Student eine Krankenversicherung abschließen solltest

Kategorie: Studentenleben

Zu Beginn eines Studiums sind eine ganze Menge Formalitäten abzuschließen. Spätestens wenn die erste Freude über den Zulassungsbescheid verebbt ist, wartet da eine ganze Liste an Punkten auf jeden Studenten, die vor der ersten Vorlesung abgearbeitet werden müssen. Ein wichtiger Punkt auf dieser Liste ist die Krankenversicherung. Ohne die Bescheinigung deiner Krankenkasse läuft nämlich gar nichts, noch nicht einmal die Immatrikulation.

Spätestens an diesem Punkt sind viele Studenten ziemlich überfordert: gesetzliche oder private Krankenkassen und was ist mit der Familienversicherung? Hängt das BAföG irgendwie mit der Krankenversicherung zusammen und was ist eigentlich, wenn du ein Semester im Ausland studieren willst? Das sind Fragen, die zwar nicht über deine Karriere, aber über das Glück deines Studentensparschweines entscheiden. Es lohnt sich also, ein bisschen Recherche zu betreiben.
Grundsätzlich ist die Thematik der Krankenversicherung während des Studiums um einiges einfacher, als andere Finanzthemen wie BAföG und Steuern bei diversen Nebenjobs. Es gibt insgesamt vier Möglichkeiten der Versicherung, die dich entweder gar nichts oder im schlimmsten Fall eine ganze Menge Geld kosten. Zur Schonung deiner und der Nerven deines Sparschweins fangen wir mit der günstigsten Variante der Krankenversicherung im Studium an.

#1 Die Familienversicherung – das Rundum-Sorglos-Paket unter den Krankenversicherungen

Wenn du direkt nach deinem Abitur, vielleicht einem kleinen Abstecher um die Welt oder einer Ausbildung ein Studium anfängst, bist du fein raus. Denn bis zu einer Altersgrenze von 25 Jahren bist du kostenlos über deine Eltern auch als Student versichert. Zugegeben, die gesetzliche Krankenversicherung ermöglicht dir keine Kur in der Karibik, aber für unter dem Strich keine Kosten bist du trotzdem während des Studiums gut versichert.
Allerdings gilt das Paket der Familienversicherung nur unter bestimmten Bedingungen bis zu deinem 25. Lebensjahr. Während des Studiums müssen Studenten auf die folgenden Bedingungen achten, die ihnen weiterhin eine gesetzliche Familienversicherung ermöglichen:

  1. Die Krankenversicherung deiner Eltern entscheidet maßgeblich darüber, inwieweit du gesetzlich oder privat über die Familienversicherung während des Studiums versichert werden kannst. Wenn deine Eltern verheiratet sind, wirst du automatisch dem Mehrverdiener zugeordnet, bei einer Lebensgemeinschaft entscheidet das verwandtschaftliche Verhältnis. Im Zweifelsfall lohnt sich der Gang zum Berater, da eine private Krankenversicherung nach Beginn des Studiums nicht mehr gewechselt werden kann.
     
  2. Dein jährliches Einkommen darf nicht über 450 Euro monatlich liegen, worauf noch eine Werbungskostenpauschale von 1000 Euro kommt. Ab dieser Grenze musst du die Krankenversicherung für Studenten in Anspruch nehmen. Vor der Aufnahme eines Werkstudentenjobs lohnt sich daher gerade für familienversicherte Studenten eine detaillierte Kosten-Nutzen-Übersicht.
     
  3. Bis zum 25. Lebensjahr darfst du studieren, ohne dir um deine Krankenversicherung Sorgen zu machen. Wenn du einen Wehr- oder Zivildienst geleistet hast, können dir dafür noch einmal 9-12 Monate gutgeschrieben werden, in denen du in der Familienversicherung bleibst.

Wenn du diese drei Grundvoraussetzungen erfüllst, sollte eine kostenlose Versicherung über deine Eltern während des Studiums kein Problem darstellen. Spätestens, wenn der Bachelor abgeschlossen ist, die ersten Werkstudentenjobs rufen und das höhere Alter immer näher rückt, wartet allerdings die Krankenversicherung für Studenten.

#2 Die gesetzliche Krankenversicherung für Studenten

Vorab: Ja, dein Studentensparschwein wird meckern, denn studieren wird nun etwas teurer. Aktuell setzen sich die Beiträge für Studenten aus Pflege- und Krankenversicherung zusammen, was im Monat etwa 90 Euro ergibt. Diese Tarifzone wurde extra für Studenten entwickelt, die auch nach der kostenlosen Versicherung über die Eltern noch weiter studieren. 
Deine Krankenversicherung kannst du dabei bei einer Krankenkasse nach Wahl abschließen. Ein Vergleich nach besonders attraktiven Bonusprogrammen kann sich lohnen, denn bis zu rund zehn Prozent der Beiträge können so zurückgeholt werden. Aber auch bei der gesetzlichen Krankenversicherung während des Studiums gibt es ein paar Punkte zu beachten:

  • Du darfst neben dem Studium nur maximal 20 Stunden pro Woche arbeiten, ansonsten läuft deine Krankenversicherung über den Arbeitnehmer, was deutlich teurer ist. 
  • Dir steht pro Studium eine Höchstzahl von 14 Fachsemestern zu, in denen du den günstigen Tarif einer Krankenversicherung in Anspruch nehmen darfst.
  • Die gesetzliche Krankenversicherung für Studenten gilt nur bis zu einem Alter von 30 Jahren. Danach muss sie neu berechnet werden.

Falls du über 25 Jahre alt bist und zusätzlich BAföG empfängst, kannst du unter bestimmten Voraussetzungen Zuschüsse zu deiner studentischen Krankenversicherung beantragen. Wie auch beim BAföG musst du davon nur die Hälfte zurückzahlen. Hier lohnt sich der Gang zum Berater an deiner Uni.

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#3 Die „freiwillige“ Versicherung: Jetzt wird’s teurer!

Spätestens ab deinem 30. Lebensjahr, oder einem „etwas“ verlängerten Studium nach 14 Fachsemestern, bist du als Student weder über deine Eltern versichert, noch für den günstigen Studententarif zugelassen.
Allerdings existiert auch in diesem Fall eine Regelung, da Krankenkassen einen Übergangstarif für Studenten anbieten, den sogenannten Examenstarif. Die Zeit, in der dieser Tarif in Anspruch genommen werden kann, ist unterschiedlich und hängt von diversen Faktoren ab. Dazu zählen unter anderem der Beginn deines Studiums, eine eventuelle Förderung durch BAföG und die Regelstudienzeit.
Je nach Krankenkasse kann der Beitrag demnach variieren, der Mindestbeitrag liegt aktuell bei etwa 134 Euro monatlich. Ein genauer Vergleich und eine längere Recherche lohnen sich immer!

#4 Privat versichert im Studium: Eine wichtige Entscheidung

Um dich neben dem Studium privat versichern zu lassen, musst du dich bis spätestens drei Monate nach Studienbeginn von der Versicherungspflicht befreien lassen und eine geeignete private Krankenkasse wählen.
Dieser Schritt sollte gut überlegt sein, da während des gesamten Studiums die private Krankenversicherung beibehalten werden muss. Auch nach Ende des Studiums ist es schwierig, wieder von gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen zu werden, es sei denn über einen Arbeitgeber. Aus diesem Grund sollten alle Möglichkeiten vor diesem Schritt unter fachgerechter Beratung abgeklärt werden.
Tatsächlich gibt es nämlich auch Konstellationen, in denen sich eine private Versicherung durchaus lohnt. Wenn du erst mit 30 zu studieren beginnst etwa, oder wenn du zu 80 Prozent bereits über die Beihilfe eines Elternteils, das Beamte/r ist, versichert werden kannst. Die Tarife variieren hierbei stark, daher lohnt sich wieder eine gründliche Recherche.

Studentische Krankenversicherung im Ausland – Was musst du beachten?

Die meisten Krankenkassen, ob privat oder gesetzlich, zahlen nur wenige Leistungen im Ausland. Je nach Krankenkasse gibt es dabei noch Unterschiede bei der Entfernung deiner Reisen. Die gute Nachricht ist aber: Auslandskrankenversicherungen sind nicht teuer! Manchmal zahlst du pro Monat ohne Selbstbeteiligung nur wenige Euros.
Neben dem ganzen Wissen um deine reguläre Krankenversicherung als Student ist das also ein Thema, dass sich schnell abhaken lässt. Nun gilt es nur noch, deine richtige Kategorie in den vier Möglichkeiten zu finden und vor deinem Auslandsaufenthalt kurz zu recherchieren. Viel Erfolg!

Hinweis: Das Thema Krankenversicherung für Studenten ist sehr komplex, daher sind die Informationen in diesen Artikel ohne Gewähr. Bevor du dich für eine Versicherung entscheidest, sprich in jedem Fall mit einem kompetenten Berater oder einer Beratungsstelle.


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Über die Autorin: Sofia Nelles ist waschechte Digital Native und Masterstudentin an der HAW Hamburg. Sie ist begeistert von fertigen To-Do-Listen, gutem Wetter in Hamburg und Out-of-the-Box Ideen.