Gap Year: 7 Tipps für deine Auszeit nach dem Abi

Kategorie: Studentenleben

Gap Year war noch vor zehn Jahren ein Fremdwort, das dein Englischlehrer begeistert in den Unterricht eingebracht hat. Heute gehört es fast zum guten Ton, nach dem Abi erstmal die Welt zu entdecken. Während Otto-Normal-Abiturient das Surfbrett einpackt und nach Down Under verschwindet, gibt es aber auch immer mehr Gap-Year-Rebels, die das Ganze einfach mal anders angehen. Das Wichtigste ist aber letztlich eins: Erfahrungen sammeln, die dir auf deinem weiteren Lebensweg helfen. Ob du dafür bis an das andere Ende der Welt fliegst oder beim FSJ Schafe auf norddeutschen Deichen hütest: erlaubt ist, was dich weiterbringt.

So ein Gap Year will am besten geplant werden, bevor der Abistress dich überrollt. Dann ist es nämlich vorbei mit den stundenlangen Recherche-Nachmittagen und Träumereien von Freizeit am Strand. Viel zu schnell sind die Klausuren vorbei und du stehst da, ohne Plan, ohne Kohle und ohne Mitreisende. Damit dein Gap Year nach dem Abi aufgrund mangelnder Planung nicht einfach ausfällt, findest du hier ein paar Ratschläge von Abiturienten, die das Ganze schon durchgezogen haben.

#1 Planung macht den Meister: Früh anfangen!

Der beste Zeitpunkt, mit den Planungen zu beginnen, ist die Entscheidung, dein Abi zu machen, insbesondere wenn du zum G8-Jahrgang gehörst. Natürlich gibt es auch Kandidaten, die sich innerhalb von drei Tagen entscheiden, um die Welt zu reisen, aber wir gehen hier vom Otto-Normal-Abiturienten aus. Diese frühe Planung bedeutet nicht, dass du dich direkt festlegen musst. Im Gegenteil: So hast du alle Zeit der Welt, um herauszufinden, welche Art von Gap Year für dich geeignet ist.

Außerdem fangen zu diesem Zeitpunkt viele Abiturienten einen Minijob an. Wenn du dich jetzt schon für ein Gap Year entschieden hast, dann kannst du z. B. immer die Hälfte deines Lohnes und die Hälfte von Geldgeschenken zu Weihnachten und zum Geburtstag zurücklegen. Neben den Finanzen lohnt sich die frühe Planung auch, weil es inzwischen unübersichtlich viele Möglichkeiten gibt. Von House Sitting über Au Pair, Work and Travel bis zum klassischen FSJ: Es gibt nichts, was es nicht gibt.

#2 Ab ins Ausland: Wo verbringst du dein Gap Year?

Eine der wichtigsten Entscheidungen ist der Ort deiner Auszeit nach dem Abitur. Viele Varianten haben viele unterschiedliche Vorteile. Bei einem Gap Year in der südlichen Hemisphäre gilt ganz klar der klimatische Vorteil. Die meisten Studenten reisen nämlich im Frühherbst ab und kommen im Frühsommer wieder. Damit hast du fast eineinhalb Jahre lang Sommer.

Aber nicht nur das Wetter spielt eine Rolle. Immer mehr Abiturienten zieht es nach Asien, um einmal ganz neue Kulturen kennen zu lernen. Südamerika ist für Outdoor-Fans eine interessante Wahl. Afrika begeistert Wagemutige und selbst Europa wird immer mehr zum Trendziel für junge Reisende. Bei deinen Entscheidungen sollten besonders die Faktoren Geld, Sicherheit und Fokus eine Rolle spielen. In stark industrialisierten Ländern findest du schnell einen Job, während einsame Gegenden ein stabiles Finanzpolster erfordern. Reist du alleine oder zu zweit? Als Mann oder Frau? Und was erwartest du von deinem Gap Year? Mach dir eine Liste mit Anforderungen und wähle danach den Ort für dein Gap Year aus.
 
#3 Sprachen lernen: Academic-Gap-Year

Eine Auszeit vom Lernen, möglichst noch im sonnigen Ausland, ist für die meisten Abiturienten eine verlockende Möglichkeit. Allerdings solltest du auch nicht die Chancen unterschätzen, die ein Academic-Gap-Year mit sich bringt. Hinter diesem Begriff versteckt sich der Trend, schon in deiner Auszeit etwas für deine spätere Karriere zu tun. Gerade das Erlernen oder Perfektionieren einer Fremdsprache ist ein Ziel, dass du mit einer Auszeit im Ausland ganz nebenbei erreichst.

Wichtig ist dabei allerdings, dass du dich möglichst alleine innerhalb einer Gruppe von Landesbewohnern aufhältst, die die Sprache auch wirklich sprechen. Gerade bei beliebten Zielen wie Neuseeland, den USA oder Australien wirst du früher oder später immer in einer Gruppe der gleichen Nationalität landen.

Für ein Academic-Gap-Year ist aus diesem Grund der Besuch einer Institution wie einer High-School oder ein Programm als Au Pair eine gute Möglichkeit. Aber auch in einer Firma im Ausland zu arbeiten bringt Vorteile mit. Für deinen Geldbeutel und für das Erlernen der Sprache.

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#4 Finanzierung deiner Auszeit: Lass dich beraten

Einer der größten Stolpersteine für ein erfolgreiches Gap Year ist die Finanzierung. Das hat weniger etwas mit den unüberwindlich hohen Kosten zu tun, als mit mangelnder Planung. Bis zum Abi haben nämlich die wenigsten Schüler jemals etwas von solider Finanzplanung gehört.

Bei einem Gap Year bist du allerdings nicht nur zum ersten Mal auf eigene Füße gestellt, sondern du musst dir auch die dafür nötigen Kröten selber verdienen. Die beste Strategie ist es, langfristig alle Kosten für dein Gap Year zu überschlagen und dir dafür Rat bei Abiturienten zu suchen, die das Ganze bereits gemeistert haben.

Diese Summe ist meistens ganz schön hoch. Genau aus diesem Grund ist ein angespartes Finanzpolster immer anzuraten. So wird dein Gap Year zu dem, was es sein soll: Eine Auszeit, möglichst im Ausland, in der du auch arbeiten KANNST.

#5 Gap Year für den Lebenslauf? Eine schlechte Idee

Nach dem Abi sind die meisten Absolventen auf ein Ziel gedrillt: Erfolg. Ein Gap Year ist dabei weniger die Lücke im Lebenslauf, sondern eher ein Punkt, der auf der Karriereleiter abgehakt werden muss. Nennen wir das Ganze am besten noch Academic-Gap-Year und belegen mindestens drei verschiedene Sprachkurse.

Seltsam ist nur, dass diese frischgebackenen Abiturienten vor Ort im Ausland plötzlich ganz andere Interessen haben als wieder die Schulbank zu drücken. Nicht selten kommt so ein Weltenbummler zurück und berichtet den entsetzen Eltern, dass noch mindestens zwei weitere Gap Years in Planung sind. Oder gar ein Gap Life?

Egal, wofür du dich entscheidest: Das Gap Year nach dem Abi sollte dich weiterbringen und nicht deinen Lebenslauf. Wenn das ein FSJ ist, dann ist das hervorragend. Aber auch wenn du in Alaska Eisberge zählen willst: Mach das, was dich wirklich interessiert.

#6 Arbeiten und reisen: Der Klassiker nach dem Abi

Das klassische Modell des Arbeitens und Reisens ist nach wie vor sehr attraktiv. An beliebten Zielen im Ausland findest du Firmen, die ganze Wirtschaftszweige mit Reisenden betreiben. Allerdings sollte dir von Anfang an bewusst sein: Diesen Lohn als Grundlage einzuplanen, ist sehr riskant.

Jedes Jahr machen tausende Abiturienten ein Gap Year und stürzen sich im Ausland auf die Jobs. Dementsprechend groß ist der Andrang. Zudem musst du dich kurz nach dem Abi mit minimaler Arbeitserfahrung erst einmal behaupten. Eine gute Strategie ist es daher, direkt nach dem Abi zuhause ein paar Monate in Vollzeit zu arbeiten und entspannt loszureisen. Wenn der richtige Job kommt, kannst du es dann ausprobieren.

#7 Zusammen reisen: Finde deinen Travel-Buddy

Du hast wahrscheinlich bisher die meiste Zeit deines Lebens an einem Ort verbracht und mit denselben Gesichtern jahraus, jahrein die Schulbank gedrückt. Von heute auf morgen alles hinter sich zu lassen und alleine in die weite Welt zu ziehen, klingt ganz schön mutig. Manchmal ist es aber auch einfach ziemlich herausfordernd. Ein bekanntes Gesicht, das dich schon die letzten Jahre genervt hat, ist die beste Medizin gegen Heimweh. Also tut euch zusammen und reist gemeinsam los! Trennen und wiederfinden kann man sich unterwegs immer noch.

 

Hinweis: Unsere Artikel richten sich an alle Geschlechter. Für eine leichtere Lesbarkeit verwenden wir jedoch das generische Maskulinum. Deine stellenwerk-Redaktion.

 

 


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Über die Autorin: Sofia Nelles ist waschechte Digital Native und Masterstudentin an der HAW Hamburg. Sie ist begeistert von fertigen To-Do-Listen, gutem Wetter in Hamburg und Out-of-the-Box Ideen.