Stellenanzeigen richtig lesen: Darum solltest du sie genau analysieren

Kategorie: Bewerbung

Egal, ob du auf der Suche nach deinem ersten Nebenjob bist, der Berufseinstieg kurz bevorsteht, oder ob du deine Karriere durch einen neuen Job verändern willst: Am Anfang dieses Weges steht gewöhnlich die Stellenanzeige. Dieses inzwischen fast ausschließlich digitale Tool ist eine Kurzbeschreibung der vakanten Stelle im Unternehmen und bietet dir eine Entscheidungsgrundlage für oder gegen die Bewerbung. Falls du allerdings nicht gerade zu den Überfliegern mit einem Lebenslauf in Aktenordnergröße und zehn Jahren Berufserfahrung gehörst, ist das Lesen von Stellenanzeigen manchmal eine ziemlich deprimierende Angelegenheit. Auch wenn sich der Job noch so interessant anhört: Irgendein Haken kommt immer um die Ecke.

Fakt ist: In den seltensten Fällen findest du auf Anhieb die passende Stellenanzeige. Eine gründliche Recherche und Vorbereitung deiner Suche kann zwar helfen, trotzdem gehen Tage und manchmal Wochen ins Land, bis das passende Angebot für einen Job in deinem Postfach landet.  Aber wusstest du, dass auch Stellenangebote, die nicht zu 100% deine Fähigkeiten beschreiben, für dich interessant sind? Arbeitgeber sind sich in der Regel sehr wohl bewusst, dass der berühmte eierlegende Wollmilch-Bewerber nicht existiert. Auch wenn die Stellenanzeige danach klingt.

Für dich bedeutet das im Klartext, zwischen den Zeilen lesen zu lernen. Welche Anforderung ist ein Ausschlusskriterium und wo kannst du vielleicht mit einer anderen Fähigkeit punkten? Was verraten dir die Informationen zum Unternehmen? Kannst du aus der Stellenanzeige bereits alle wichtigen Fakten für deine Entscheidung zur Bewerbung entnehmen? Und welche Worte signalisieren dir, dass sich eine Kontaktaufnahme auch als Otto-Normal-Bewerber lohnt? Auf diese Fragen findest du hier Antworten. Vielleicht gibt es doch mehr passende Stellenanzeigen, als du denkst.

Informationen zum Unternehmen: Wie gut kennst du dich aus?

Viele Personaler ersparen sich die Mühe eines literarischen Aufsatzes über die Vorteile des Unternehmens und verweisen ganz einfach auf die Unternehmenswebsite. Egal ob dort oder direkt in der Stellenanzeige, die folgenden Punkte sind für dich als Bewerber essentiell:

  • Größe des Unternehmens. Große Unternehmen versprechen meistens mehr Renommee, während du in Start-ups und Kleinunternehmen viel Verantwortung übernimmst.
  • Unternehmensphilosophie. Nachhaltigkeit, Innovation, Tradition: Du als Bewerber weißt, was zu dir passt. Schon die Stellenanzeige gibt dir Hinweise darauf.
  • Weiterbildungsmöglichkeiten. Ein großer Faktor für deine Zufriedenheit im Job sind Möglichkeiten zur Entfaltung. Deswegen solltest du bereits in der Stellenanzeige nach den Stichworten hierfür schauen.
  • Ausrichtung des Unternehmens innerhalb der Branche. Informationen zum Unternehmen beziehen sich nicht nur auf den Betrieb selbst, sondern auch auf die Position in einem bestimmten Wirtschaftszweig. Ist das auch deine Nische?

Bei einer Stellenanzeige kommt es also nicht nur auf die Beschreibung des Jobs an, sondern auch auf das Drumherum, nämlich das Unternehmen. Wie gut du in dem Job klarkommen wirst, hängt zu einem großen Teil auch davon ab.

Aufgabenbeschreibung: Was kommt auf dich zu?

Nach den Informationen zum Unternehmen wird bei Stellenanzeigen meistens der zu vergebende Job durch Aufgabenbeschreibungen porträtiert. Dieser Abschnitt ist für dich sehr wichtig. Dabei geht es nicht nur darum, herauszufinden, ob du für die Stelle ein geeigneter Kandidat bist, sondern auch darum, dir ein möglichst reales Bild des Jobs zu machen. Die folgenden Fragen helfen dir dabei:

  • Hast du mit ähnlichen oder sogar identischen Aufgaben bereits Erfahrung? Natürlich lassen die Aufgabenbeschreibungen immer Spielraum zur Interpretation. Wenn du allerdings auf Anhieb weißt, was gemeint ist, ist das ein gutes Zeichen.
  • Lassen die beschriebenen Aufgaben Handlungsspielraum erkennen? Es geht nicht nur darum, alle beschriebenen Punkte bereits zu kennen. Musst du auch Neues dazu lernen, um den Job zu meistern? 
  • Wie spezifisch ist die Beschreibung deines Arbeitsfeldes? Eine Analyse dieser Frage gibt dir Aufschluss darüber, wie gut organisiert dein Arbeitsfeld im neuen Job sein wird. Detaillierte Aufgabenbeschreibungen und konkrete Aussagen sind ein gutes Zeichen.
  • Wie viel Prozent der geschilderten Aufgaben sagen dir spontan zu? Auch hier besteht Interpretationsspielraum, deswegen lohnt sich eine ehrliche Selbstreflexion. Selbst bei den besten Rahmenbedingungen sollten mindestens 70% der Aufgaben deinem Interesse entsprechen.

Wenn du ein gutes Stellenangebot entdeckst, passiert es schnell, dass eigentlich wichtige Aussagen überlesen werden. Schließlich merkst du im Vorstellungsgespräch, dass der Job doch nicht das Gelbe vom Ei ist. Damit dir das nicht passiert, ist eine genaue Analyse der Stellenanzeige vorab sehr wichtig. Dazu lohnt sich manchmal auch ein Telefonanruf, um offene Fragen zu klären.

Zur Jobbörse

Interpretation von Anforderungen: Diese Formulierungen gibt es 

Auch wenn du jetzt das Unternehmen selbst und den beschriebenen Job einer gründlichen Interpretation unterzogen hast: Was machst du, wenn Anforderungen beschrieben werden, die du nur teilweise erfüllst? Die gute Nachricht: Fast kein Bewerber erfüllt alle Punkte einer Stellenanzeige. Hier erfährst, wann sich eine Bewerbung trotzdem lohnt und wann du weitersuchen solltest.

#1 Muss-Anforderungen analysieren: So erkennst du sie

Für jeden Job gibt es wichtige Kernkompetenzen, die ein Bewerber erfüllen muss. Unterlagen, die diesem Standard nicht entsprechen, werden in der Regel sofort aussortiert. Für dich ist es deswegen grundlegend wichtig, auf die folgenden Formulierungen zu achten, um zu erkennen, ob sich eine Bewerbung lohnt:

  • …wird vorausgesetzt
  • Wir erwarten…
  • Sie erfüllen…

#2 Kann-Anforderungen: Die häufigsten Formulierungen in Stellenanzeigen

Nach den Muss-Anforderungen werden wünschenswerte Qualifikationen genannt, quasi das Sahnehäubchen der Bewerber. Auch wenn du vielleicht ohne Sahnehäubchen daherkommst, hast du eine Chance. Solltest du also in deiner Anzeige ähnliche Formulierungen wie die folgenden entdecken, kann sich eine Bewerbung trotz fehlender Kompetenzen auszahlen:

  • Zusätzlich freuen wir uns…
  • Erwünscht sind…
  • Idealerweise…

Gerade bei langen Listen in Stellenanzeigen geht häufig der Überblick verloren. Deswegen lohnt es sich, alle Anforderungen aufzulisten, zu ordnen und nacheinander abzuhaken. So erkennst du systematisch, ob sich eine Bewerbung lohnt.

Gehaltsvorstellung, Arbeitszeiten, Anforderungen: Die wichtigsten Fakten

Zugegeben: Bei aller Motivation möchtest du durch deinen Job schließlich auch dein Bankkonto füllen. Und das möglichst nicht durch eine Stelle, bei der du rund um die Uhr im Büro sitzt. Aus diesem Grund ist es wichtig, auch die genannten Rahmenbedingungen einer Stellenanzeige wie das Gehalt, die Arbeitszeiten und auch Faktoren wie Reisebereitschaft, Flexibilität und Freiräume einer Analyse zu unterziehen. Dabei kann dir eine eigene Anforderungsliste helfen, die du vor deiner Jobsuche definierst. Wichtige Punkte darauf sind unter anderem deine Gehaltsvorstellung, Work-Life-Balance, Anfahrt zur Arbeitsstelle, Teamgröße und vieles mehr. Welche Punkte sind verhandelbar und welche nicht? Du entscheidest!

Hinweis: Unsere Artikel richten sich an alle Geschlechter. Für eine leichtere Lesbarkeit verwenden wir jedoch das generische Maskulinum. Deine stellenwerk-Redaktion.


Du bist auf der Suche nach einem Studenten- oder Absolventenjob? Zu unseren Jobbörsen auf den stellenwerk-Portalen geht es hier:

Jobs in: Berlin | Bochum | Bonn-Rhein-Sieg | Darmstadt | Dortmund | Düsseldorf | Erlangen-Nürnberg | Göttingen | Hamburg | Koblenz-Landau | Köln | Lübeck | Mainz | Stuttgart


Über die Autorin: Sofia Nelles ist waschechte Digital Native und Masterstudentin an der HAW Hamburg. Sie ist begeistert von fertigen To-Do-Listen, gutem Wetter in Hamburg und Out-of-the-Box Ideen.