Personal Coaching: Ein Kick für die Karriere?

Kategorie: Bewerbung

Personal Coaching kann die unterschiedlichsten Gefühle wecken. Da gibt es den Top-Manager, der frühmorgens seine Tipps für einen erfolgreichen Tag abholt, den Problemfall des Unternehmens, der seine freien Abende auf der Couch verbringt oder den Karriereleiter-Typ, der jede Chance nutzt, um nach vorne zu kommen.

Aber manchmal sind es gar nicht diese illustren Gestalten, die sich auf die Suche nach Personal Coaching machen. Manchmal sind es ganz normale Absolventen, die sich von dem Wahnsinn nach dem Abschluss etwas überfordert fühlen. Oder jahrelange Arbeitnehmer, die sich nochmal neu orientieren wollen. Oder jemand, der Probleme mit dem Vorgesetzen hat. Ganz egal, um was es geht: Personal Coaching kann eine Lösung für Visionen deiner Karriere sein. Hier erfährst du, was es damit überhaupt auf sich hat, ob Personal Coaching individuell für dich eine gute Idee ist und wie du im Falle des Falles tatsächlich einen guten Coach findest. 

Auf der Couch liegen. Oder was ist Personal Coaching?

Der Begriff Coaching hat sich über die letzten beiden Jahrzehnte stark verändert. Wo früher noch klassisch die Couch beim Psychologen zum Einsatz kam, ist der Markt an Coaches heute aufgrund der nicht geschützten Berufsbezeichnung überlaufen von Gestalten aller möglichen Arten. Genauso bunt wie die Vielzahl an Beratern ist allerdings auch die Art des Coachings selber.

Diese Vielfalt kann verwirrend wirken, aber es ist auch ein Vorteil für dich: Statt sich auf eine Art der Beratung festzulegen, hast du die Wahl zwischen verschiedenen Modellen, die individuell angepasst werden können. Die folgende Aufzählung gibt dir einen kleinen Überblick darüber, was alles möglich ist:

  • Training. Hier handelt es sich um eine klassische Rollenverteilung wie beim Sport, nur dass anstelle von Bewegungsabläufen Verhaltensmuster trainiert werden. Dabei stehen weniger Gespräche und Selbstreflexion im Vordergrund, sondern mehr praktische Übungen.
  • Mentoring ist eine Begleitung aus der Personalentwicklung. Hier wirst du von einem erfahrenen Kollegen unter die Fittiche genommen und profitierst von dem Wissen und den Erfahrungen seiner Laufbahn. Auch bei diesem Modell entsteht keine neutrale Rollenverteilung, sondern eine klare Hierarchie. Manche Unternehmen nutzen diese Möglichkeit, um Unternehmensphilosophien an junge Nachwuchskräfte zu vermitteln.
  • Supervision. Diese Form des Coachings kann sich auf ganze Gruppen und Teams beziehen, wobei Teamstrukturen und Dynamiken hinterfragt und gegebenenfalls neu definiert werden. Motive und Prozesse werden hinterfragt, Abläufe reflektiert und Meetings neutral beurteilt. Diese Methode kann enorm dabei helfen, die Produktivität einer Abteilung zu erhöhen.
  • Klassisches Coaching. Hier geht es um Hilfe zur Selbsthilfe: Der Coachee hat weiterhin die Verantwortung, die Lösung zu finden. Der Coach selber übernimmt dabei die neutrale Rolle des Beobachters und hilft so dem Betroffenen, sich selbst zu reflektieren. 

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Personal Coaching: Eine gute Idee?

Geld in die Karriere zu investieren, will gut überlegt werden. Für viele Arbeitnehmer hat Personal Coaching immer noch den negativen Beigeschmack von persönlichen Problemen, die besprochen werden sollen. Aber die Wandlung des Arbeitsmarktes geht immer mehr in die Richtung, Personal Coaching als etwas Essentielles anzusehen. Wer heute einen Personal Coach anheuert, der bringt es weit. Diese beiden Meinungen prallen aufeinander und sorgen nicht selten bei Betroffenen für Verwirrung. Ist es nun eine gute Idee, sich auf die Suche nach einem Coach zu machen oder ist es verschwendetes Geld?

Die Beantwortung dieser Frage ist sehr individuell und hängt auch von Charaktereigenschaften ab, die du mitbringst. Personen, die gerne die Komfortzone verlassen, Kritik positiv umsetzen können und achtsam durch den Alltag gehen, profitieren generell mehr von der Investition Coaching. Unter vielen anderen kannst du dann folgende Vorteile erwarten:

  • Die Entwicklung eines konkreten beruflichen Erfolgsplanes inklusive der einzelnen Meilen- und eventuell auch Stolpersteine.
  • Die Erhöhung der Arbeitsleistung. Nicht durch mehr Arbeit, sondern durch einen effizienten Ansatz und eine solide Motivation, die auch Tiefs überlebt.
  • Verbesserte Teamqualitäten. Durch ein Personal Coaching sollten sich die Beziehungen zu den Arbeitskollegen und zum Chef verbessern.
  • Auch die Gesundheit steht im Fokus: Grenzen setzen, Freiräume schaffen, positive Gewohnheiten schaffen. Alle diese Ziele stehen bei einem umfassenden Ansatz ebenfalls im Fokus.
  • Chancen und Potenziale erkennen, Selbstvertrauen entwickeln, Visionen entwickeln: Die persönliche Weiterentwicklung in der Karriere hängt eng mit den anderen Zielen zusammen.

Generell lässt sich sagen, dass gutes Coaching immer den gesamten Menschen im Auge behält und dadurch einen Ansatz für die Karriere entwickelt, der auch die Gesundheit und das mentale Wohlbefinden mit im Auge hat. Wenn das beachtet wird, kann diese Investition tatsächlich zu dem werden, was du dir wünschst: einem Karrierekick!

Den richtigen Coach finden: 4 wichtige Schritte

Das Geschäft Personal Coaching boomt. Du hast keine Lust mehr auf deinen Job? Werde Coach und erzähle anderen, was sie tun müssen, damit das nicht passiert. Du hast schon immer deine Freunde und Familie gratis beraten? Dann kannst du bei Fremden doch einfach mal bezahlt weitermachen. Auch wenn das überspitzt ist: Der Markt für Coaches ist unübersichtlich und wenig reguliert. 

Daher ist es wichtig, einen Coach zu finden, der dir nicht das Blaue vom Himmel verspricht, sondern realistische Ziele definiert, die er aus seiner Praxis berichten kann. Durch verschiedene Suchkriterien kannst du sichergehen, dein Geld nicht aus dem Fenster zu werfen, sondern tatsächlich das Meiste aus dem Personal Coaching herauszuholen. 

  • Informiere dich vor deiner Recherche. Kaum befragst du Dr. Google zu möglichen Beratern, erhältst du listenweise Angebote. Das allerdings reicht vom Schamanen über einen Manager im Ruhestand bis hin zur Diskussionsrunde für anonyme Workaholics. Ein guter Ansatz sind seriöse Datenbanken wie Coachingportal oder Coach-Datenbank. 
  • Referenzen sind ein weiterer wichtiger Anhaltspunkt. Deine Recherche sollte direkt in deinem Umfeld beginnen: Persönliche Erfahrungen sind immer noch die sicherste Referenz. Viele unseriöse Anbieter haben begeisterte Kundenstimmen auf ihrer Homepage. Besser sind gute Bewertungen von Personalentwicklern aus Unternehmen. Auch Zertifikate sind keine solide Empfehlung: Über 300 Institutionen bilden deutschlandweit Coaches aus und verfügen dabei über sehr unterschiedliche Qualitätsstandards.
  • Berufserfahrung, akademischer Hintergrund, Alter, mehrjährige Coachingausbildung: All das sind Hinweise auf einen seriösen Coach. Auch wenn es tausende Coaches gibt, die vielleicht schon die halbe Welt bereist haben, bei konkreten karrierebedingten Fragen können diese Personen kaum weiterhelfen.
  • Regelmäßige Weiterbildungen. Suche nicht nach einem Coach, der seit 1980 in seiner Praxis auf der durchgelegenen Couch Seelenklempner spielt, sondern nach jemandem, der sich aktiv und flexibel an die aktuellen Herausforderungen anpasst.
  • Der Kostenfaktor. Bei Personal Coaching wird generell nur die tatsächlich beanspruchte Beratung bezahlt. Von Gesamtpaketen, Mindeststundenanzahl und Vorteilsrabatten lassen seriöse Coaches die Finger. Otto-Normal-Coach berechnet 100-200 Euro pro Stunde. Bis zu 10.000 Euro pro Tag sind im Top-Management zwar auch üblich, aber dort ist die Frage nach einem Coach sowieso erledigt. 

 

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Über die Autorin: Sofia Nelles ist waschechte Digital Native und Masterstudentin an der HAW Hamburg. Sie ist begeistert von fertigen To-Do-Listen, gutem Wetter in Hamburg und Out-of-the-Box Ideen.